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Louis-Marie Cordonnier
Louis-Marie Cordonnier ist Mitglied des interministeriellen Ausschusses für den Wiederaufbau, „Comité interministériel à la Reconstitution“ (1916) und anschließend Vorsitzender der Architektenvereinigung „Société centrale des Architectes“ (1918-1922).
Von Anfang an beteiligt er sich an der Organisation des Wiederaufbaus Frankreichs nach dem Ersten Weltkrieg. Vor Ort, verteidigt er die Interessen der Kriegsgeschädigten, den Einsatz von lokalen Architekten, Unternehmern und Handwerkern und empfiehlt deren Zusammenschluss in Genossenschaften für den Wiederaufbau. Das Architekturbüro, das er in Lille zusammen mit seinem Sohn Louis-Stanislas (1884-1960) leitet, passt moderne industrielle Verfahrenstechniken an die Baustellen an, auf denen vor allem Beton und der regionale Backstein eingesetzt werden. Über dreißig Werke, unter anderem die Stadtzentren von Armentières, Bailleul, Merville und Laventie, die Firmensitze der Bergwerkunternehmen von Anzin und von Lens, der Glockenturm und das Rathaus von Comines, die Kirchen von Béthune, Fauquissart, Fleurbaix und Waziers und der Nationalfriedhof Notre-Dame-de-Lorette, zeugen von ihrer Verbundenheit mit dem Regionalismus des Nordens und dem mittelalterlichen Eklektizismus. Ein Stil, der vor allem durch seine Zeit und seinen Standort geprägt ist: Für die Gegner des deutschen Bauhaus-Stils und des formellen Purismus der Moderne muss Architektur sich zwar den zeitgenössischen Techniken, Mitteln und Verwendungszwecken anpassen, aber ohne dabei auf seine regionalen und französischen künstlerischen Wurzeln zu verzichten.