Jean-Baptiste Lebas

Jean-Baptiste Lebas wurde am 24. Oktober 1878 in Roubaix geboren.
Als stellvertretender Generalsekretär des SFIO-Verbands des Departments Nord wird er 1908 zum sozialistischen Gemeinderat, 1910 zum Departementrat und 1912 zum Bürgermeister von Roubaix gewählt.
1919 ist er Abgeordneter, 1920 lässt er neue Schulgebäude bauen und 1921 die Freiluftschule. Um gegen die Krankheiten anzukämpfen, die unter den Arbeiterfamilien verheerende Schäden anrichten, lässt er medizinische Einrichtungen zur Behandlung von Tuberkulosekranken und ein Kurzentrum errichten, fördert Impfungen und medizinische Untersuchungen der eingeschulten Kinder. Im Wohnungswesen ist er der Erste, der billigen Wohnraum erschafft (HBM), noch vor dem Gesetz „Loucheur“. Von 1923 bis 1929 werden 775 Wohnungen gebaut. Im Bereich der Sozialversicherungen gründet er 1921 eine städtische Arbeitslosenkasse. Im Freizeitwesen lässt er den Sportpark und ein Schwimmbad (2001 in ein Museum umgewandelt) einrichten.
1936 ist er Arbeitsminister. Er führt alle sozialen Reformen der Regierung des „Front Populaire“ durch. 1937-1938 leitet er das Ministerium des Fernmeldewesens.
Im Mai 1940 werden die städtischen Behörden von Roubaix aus Sicherheitsgründen nach La Guerche-de-Bretagne verlagert. Nichtsdestotrotz beschließt Jean-Baptiste Lebas nach Roubaix zurückzukehren. Der Präfekt ist nicht damit einverstanden und suspendiert ihn. Nach dem Waffenstillstand lässt er nicht nach und erklärt am 30. August:
„Wir vertrauen auf den Ausgang des Krieges und glauben an den Sieg Großbritanniens, an den Sieg der Demokratie über die Diktatur Hitlers“.
Am 21. Mai 1941 wird Jean-Baptiste Lebas bei sich zu Hause von der Gestapo festgenommen. Er verweilt in den Gefängnissen von Loos, Saint-Gilles bei Brüssel, Hamburg und Berlin. Sein Urteil wird am 21. April 1942 im Gefängnis von Charlottenburg erlassen. Er wird zu drei Jahren Gefängnisstrafe im Konzentrationslager Sonnenburg an der Oder verurteilt. Er stirbt dort am 10. März 1944.
1949 wird ein Denkmal zu seinen Ehren eingeweiht, das anschließend im Jahr 1990 an die Kreuzung des Boulevard Gambetta und der Rue Pierre de Roubaix verlegt wird. Das Denkmal wurde von dem selbst aus Roubaix stammenden Bildhauer Alfred De Jaeger angefertigt und von den Stadteinwohnern mithilfe einer öffentlichen Spendenaktion finanziert.