Cliquez pour zoomer dans l’image
Georges Carpentier à Lille, Le Grand Hebdomadaire illustré de la Région du Nord de la France, 2e année, n°4, 25 janvier 1920, p.32, AdN - Jx 326/1
Die Rückkehr des Sports

Georges Carpentier

Georges Carpentier, Sohn eines Bergarbeiters, ist am 12. Januar 1894 in Lievin geboren. Er wächst in der Bergarbeitersiedlung von Lens auf, wo er seine ersten Schritte im Boxen macht und das Savate-Boxe Française erlernt. 1907 wird er mit 13 Jahren französischer Junioren-Meister in dieser Sportart. Im folgenden Jahr beginnt Carpentier das Englische Boxen. Am 4. Dezember 1908 wird er Weltmeister der Amateure. In einer Anzeige in der regionalen Tageszeitung „L’Écho du Nord“ vom 14. März 1909 wird jedem Boxer der Region unter 52 kg anboten, ihm im Englischen Boxen oder im Savate-Boxe Française gegenüberzutreten. 1911 wird er mit 17 Jahren französischer Meister im Weltergewicht und noch im selben Jahr Europameister. Im Juli 1914 erringt er den Weltmeistertitel im Schwergewicht der weißen Rasse.
Während dem Ersten Weltkrieg dient er in der Luftwaffe als Unteroffizier-Flieger, zeichnet sich bei der Zurückeroberung des Fort Douaumont im Oktober 1916 aus, woraufhin der Staatspräsident Raymond Poincaré ihm das Kriegskreuz und die Militärmedaille verleiht. Nach dem Waffenstillstand von 1918 nimmt er sein Zivilleben wieder auf und führt nach einer kurzen Erfahrung im Rugby – eine andere Sportart, die er mit Geschick ausübt – seine Karriere als Boxer fort.
Er kämpft in fast allen Kategorien und wird am 12. Oktober 1920 Weltmeister im Halbschwergewicht in Jersey City (U.S.A.), wo er Battling Levinsky k. o. schlägt. Er wird somit zum ersten französischen Weltmeister im Englischen Boxen.
Im Jahr 1926 zieht er sich aus dem Boxen zurück. Im Mai 1939 wird er erneut in der Luftwaffe mobil gemacht und beteiligt sich somit ebenfalls am Zweiten Weltkrieg. Das folgende Jahr wird er demobilisiert und wird 1948 zum „Botschafter für den französischen Sport im Ausland“.