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Französische Ärzte und deutsche Ärzte
Die Konfrontation zwischen deutschen und französischen Ärzten in der besetzten Zone begann vor dem Krieg und setzte nach dem Krieg fort. Sie umfasste führende Persönlichkeiten wie Dr. Albert Calmette, der zu dieser Zeit das Institut Pasteur in Lille leitete und der vor dem Krieg in Zusammenarbeit mit Robert Koch das Institut für Infektions-Krankheiten Robert Koch in Berlin arbeitete. Im Jahr 1914 erhielt er Besuch vom Allgemeinarzt der Armee und vom Direktor des Berliner Instituts.
Der bedeutende soziale und politische Platz, den die Ärzte am Vorabend des Krieges einnahmen, erklärte auch die Frage der Macht, die die Organisation der Medizin in der größten von den Deutschen besetzten Stadt darstellt.
Die Beziehungen zwischen deutschen und französischen Ärzten waren schwierig und gespannt zwischen militärischen und zivilen Anforderungen des Krieges. Die Priorität wurde zuerst von den deutschen Behörden auf die Aufnahme und die Pflege der deutschen Soldaten gelegt: Krankenhäuser und Material wurde requiriert. In Valenciennes wurde das Gymnasium in ein Lazarett umgewandelt. Dann musste gegen gemeinsame Bedrohungen gekämpft werden: Geschlechtskrankheiten, Epidemien, Typhus, ...
Albert Calmette und andere Ärzte wurden als Geiseln genommen und für mehrere Monate deportiert.
Nach dem Krieg darauf bedacht, nicht als eifrige Mitarbeiter der deutschen Behörde zu erscheinen, richteten die Ärzte von Lille schnell einen schriftlichen Protest „gegen die barbarischen Taten der Deutschen“ an die Akademie der Medizin.