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Déblaiement des ruines du tissage Dufour à Armentières par des prisonniers de guerre allemands en 1918 et la salle de filature réaménagée en 1922, dans L’œuvre de Reconstitution et la Solidarité française, édition du Comité d’Action des Régions dévastées,
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Les progrès industriels, dans le Grand Hebdomadaire illustré de la Région du Nord de la France, 4e année, n°9 , 26 février 1922, p. 134, AdN - Jx 326/2
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Carte des usines électriques de la région lilloise, octobre 1920, AdN - 6 Z 2066
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Les établissements Kuhlmann transférés de Bergerac à Loos, dans L’œuvre de Reconstitution et la Solidarité française, édition du Comité d’Action des Régions dévastées, 1925, pp. 390-391, AdN - BA 6282

Industrieller Wiederaufbau

Zunächst wird der Wiederaufnahme der am wenigsten betroffenen Unternehmen Vorrang gegeben. Der Staat beschafft ihnen aus Deutschland befördertes Material, um die Produktion so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Der industrielle Wiederaufbau beruht auf Privatinitiativen mit der umfangreichen Mitwirkung des Staates (welcher unverzüglich 30% der Kriegsschadenabschätzungen vorstreckt) und der Handelskammern. Die Banken greifen der Entschädigung vor, indem sie großzügige Darlehen an unumstritten angesehene Unternehmen vergeben. In Tourcoing eröffnet die Baumwollspinnerei Motte-Frères im Juni 1919 wieder und die Textilfabriken Tiberghien-Frères gehen ab Juli desselben Jahres in Betrieb. In den Minen nehmen die am wenigsten betroffenen Schächte ihren Betrieb im Herbst 1919 wieder auf. In den anderen muss man zunächst die Überschwemmungen eindämmen und das Wasser abpumpen, die Bahnlinien und oberirdischen Infrastrukturen wieder aufbauen und die Fördertürme anhand von Masten und Winden wieder aufrichten oder sogar neu bauen, wo es doch gerade so an Stahlträgern mangelt (es werden Fördertürme aus Stahlbeton verwendet, die allerdings sehr schwer sind). Die Grube „Gayant“ des Berwerkes d’Aniche wird erst 1925 wieder in Betrieb gesetzt. In Douai wurde 1920 der regionaler Verband der Kohlenbergwerke gegründet („Groupement des houillères du Nord-Pas-de-Calais“), der die staatlichen Vorschusszahlungen für die Kriegsschäden zentralisiert verwaltet, um den Wiederaufbau zu beschleunigen und die ausländische, insbesondere britische, Konkurrenz zu begrenzen. Die Minen des Departements Nord erlangen ab 1924-1925 ihre Ergebnisse von 1912-1913 wieder, nicht selten mit höheren Erträgen. Es werden sogar neue Förderschächte eröffnet, etwa in Lallaing (1923-1925), Pecquencourt (1921) oder Lewarde (1927). Parallel werden neue Fabriken zur Verarbeitung der Kohle gebaut, wie die Kokerei in Auby oder die Chemiewerke in Waziers. Ein besonderes Interesse gilt dabei den Wärmekraftwerken, denn die Energienachfrage wächst ständig an. In Valenciennes wird das völlig zerstörte Kraftwerk 1920 wieder aufgebaut. „L’Énergie électrique du Nord de la France“ setzt ihr Wärmekraftwerk von Wasquehal 1919 wieder in Betrieb, welches stark unter der Besetzung gelitten hat, und beschließt im selben Jahr in Comines an der Leie eine neue Einheit zu errichten, mit einer Kapazität von 150.000 KW; der Bau wird 1921 abgeschlossen. Nachdem es die weniger betroffenen Betriebsanlagen wieder instand gesetzt hat, nutzt das Unternehmen Kuhlmann den Wiederaufbau dazu, neue Herstellungsverfahren und eine neue geografische Aufteilung seiner französischen Werke einzuführen und neue Fertigungen zu produzieren. Die geschädigten Müller schließen sich 1920 zur „Meunerie lilloise“ zusammen und errichten eine hochmoderne Getreidemühle in Marquette an der Deûle, welche im Juni 1923 in Betrieb gesetzt wird. Manche Industriezweige, wie das Brau- und Brennereigewerbe überstehen den Krieg nicht; das Glasgewerbe erleidet einen schwierigen Neustart.
Diese wenigen Beispiele des erfolgreichen Wiederaufbaus sollten nicht verbergen, dass das Industrieprofil der Region auf demselben Stand wie vor dem Krieg wiederhergestellt wurde. Innovationen bleiben extrem selten. Die Industrie ist genauso wenig diversifiziert wie sie es 1914 war. Die traditionellen Gewerbe, denen der Norden im 19. Jahrhundert sein Reichtum zu verdanken hatte, werden mit erhöhter Produktionskapazität wieder in Betrieb gesetzt: Kohle, Metallurgie und Textilien.