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Der Wiederaufbau von La Bassée
Da die Stadt während dem Krieg völlig zertrümmert wurde, beauftragt die Gemeinde den kürzlich nach La Bassée versetzten Architekten Léon Debatte, ehemaliger Stadtbaumeister von Aire-sur-la-Lys, mit der Ausarbeitung des Stadtentwicklungsplans. Der Wiederaufbau der Stadt soll auch die Umsetzung von Modernisierungsmaßnahmen umfassen. Der bis dahin vom Stadtzentrum entfernte Bahnhof wird zentrierter angelegt. Eine 20 Meter breite Verkehrsader verbindet den Bahnhof mit dem Grand Place, der selbst auch vergrößert wird. Diese neue Straße, die hinter dem Platz weitergeführt wird, verläuft bis zu einem Boulevard, der als Mittelpunkt des Baus neuer Stadtviertel geplant ist. Die Schulen und das Altenheim werden um einen öffentlichen Park und Sportplätze herum angelegt. In der Stadt werden die Fluchtlinien begradigt, die Straßen verbreitert und die Winkel erweitert. Verschiedene öffentliche Einrichtungen fügen sich dem Ganzen hinzu: Badeanstalten, Markthalle, Schwimmschule und elektrische oder gasbetriebene Straßenbeleuchtung. Die Sanierung der Stadt wird vorgenommen. Ein Turm gewährleistet die Wasserversorgung, eine Abwassersammlungsanlage befördert das Abwasser zu Absetzbecken und einer Kläranlage. Nach dem Entwurf von A. Franquet, erscheint die neue Stadt von La Bassée luftig mit breit angelegten Avenues und Grünflächen: die ideale Stadt. Der Wiederaufbau der Wohnhäuser unterliegt strengen Vorschriften. Die Höhe der Gebäude muss proportional zur Straßenbreite sein: 6 Meter für eine bis zu 12 Meter breite Straße; 19 Meter für eine 12 bis 15 Meter breite Straße und darüber hinaus 20 Meter. Die Deckenhöhe darf im Erdgeschoss 2,80 Meter und in den Etagen 2,60 Meter nicht unterschreiten. Jedes Haus mit mehr als 3 Wohnräumen wird mit einer öffentlichen Trinkwasserversorgung und beleuchteten Sanitäranlagen mit Wasserstelle ausgestattet. Die wieder aufgebauten Gebäude nehmen ihre Gestalt aus der Vorkriegszeit wieder an, in einem wenig regionalistischen Stil, wo nur selten Giebel vorhanden sind. Dennoch wird der lokale Stil dank der Verwendung von Backstein erhalten. Das Rathaus wird in der Perspektive der neuen Verkehrsader, die zum Bahnhof führt, ausgerichtet. Es bricht den Stil des ehemaligen Gebäudes und nimmt den Stil der Neorenaissance an.